10 Jahre Kunst trifft Technik

2020: „Kommunikation“

Die jungen Künstlerinnen und Künstler bekommen Einblicke in die Dynamik innovativer Prozesse und einen Eindruck von der Komplexität technischer Lösungen. So entwickeln sich Vorstellungen zu den weitreichenden Effekten des technischen Fortschritts in ökonomischer, ökologischer und sozialer Hinsicht. Mit den Mitteln der Malerei und der digitalen Bildbearbeitung visualisieren so Studierende ihre Ideen, die aus diesem Zusammentreffen entstehen. Spekulative Utopien, kritische Überlegungen und fantastische Visionen werden Bildmotive – ebenso wie authentische persönliche und biografische Bezüge zu den Themenstellungen. Die Ausstellungen, die diese Bilder zeigen, verbinden das sinnliche Vergnügen individueller Kontemplation mit dem gedanklichen Austausch über gemeinsam Gesehenes. Seit zehn Jahren haben die Mitarbeiter der AVL zusammen mit den Studierenden und vielen Gästen der Ausstellungen erleben können, wie die Botschaften der Malerei eine inspirierte Gemeinschaft vor den Exponaten formen. Gerade jetzt müssen wir erleben, wie in den Zeiten der Distanz Anlässe fehlen, die eine Grundlage für eine humane Gesellschaft sind.

Das Thema dieses Jahres zeigt sich vor diesem Hintergrund wie ein Resümee des Projektes: „Kommunikation“. Dieses Thema stand fest, bevor COVID-19 über uns hereinbrach. Gerade in der Pandemie wurde deutlich, wie viel Austausch zwischen Menschen derzeit über moderne Medien getragen wird und wie wenig davon in persönlicher Begegnung geschieht. Kommunikation und Information ist für eine funktionierende Gesellschaft nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht lebensnotwendig. Kann persönliche Begegnung durch Displays ersetzt werden? Die Gedanken der Studierenden beobachten gerade jetzt Möglichkeiten aber auch Defizite, die unter dem Druck der veränderten Kommunikation im Zeitalter der social media und der Smartphones entstehen – social distancing ist nicht nur eine vorbeugende Maßnahme gegen Ansteckung, sondern eine zeittypische Erscheinung, in der viele Menschen Einsamkeit erkennen.Wird es gelingen, die kommenden Herausforderungen an die Menschheit in einem intensiven, aber sachlich geführten Diskurs so anzunehmen, dass die Gemeinschaft der Denkenden zu gemeinsamen Lösungen findet? Wird offene Kommunikation mit dem Ziel der Teilhabe möglichst vieler die Demokratien stabilisieren oder werden aus der Herrschaft über die Medien Hierarchien und Diktaturen die offene Gesellschaft zerstören? Es liegt auch an uns, an der Art und Weise, wie wir unsere Gedanken gestalten und mitteilen.

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2021